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Beizen und Passivieren von Edelstahl-Spaltsieben

Beizen entfernt Anlauffarben und Oxidzunder vom Schweissen. Passivieren baut die Chromoxidschicht wieder auf, die Edelstahl seine Korrosionsbeständigkeit verleiht. Beide Verfahren sind für Siebe in korrosiven oder hygienischen Umgebungen unerlässlich.

Jedes Edelstahl-Spaltsieb durchläuft während der Fertigung Tausende von Widerstandsschweissungen. Jede Schweissung erzeugt Wärme, die Chrom aus der Oberflächenschicht verarmt und sichtbare Anlauffarben erzeugt (Temperaturfarben von strohgelb bis dunkelblau). Diese chromverarmte Zone ist anfällig für Korrosion -- genau dort, wo das Sieb am stärksten sein muss. Beizen: Entfernung der Schädigung Beizen ist eine Säurebadbehandlung, die die wärmebeeinflusste Zone auflöst und Anlauffarben, Oxidzunder, Schweissverfärbungen und freie Eisenverunreinigungen von der Oberfläche entfernt. Das Verfahren verwendet eine Mischung aus Salpetersäure (HNO3) und Flusssäure (HF) oder proprietäre Beizpasten für lokale Behandlung. Die Säure löst etwa 0,02-0,05 mm Oberflächenmaterial auf und eliminiert die chromverarmte Schicht vollständig. Was verbleibt, ist frischer, unbeschädigter Edelstahl mit seinem vollen Chromgehalt, der für die Passivierung verfügbar ist. Beizparameter für Spaltsiebe: 1. Temperatur: 20-60°C (höhere Temperatur = schnellere Wirkung) 2. Dauer: 15-60 Minuten je nach Anlauffarben-Schwere 3. Konzentration: 15-25% HNO3 + 1-5% HF (typisches Bad) 4. Spülung: Gründliche Süsswasserspülung unmittelbar nach der Behandlung Passivierung: Wiederaufbau des Schutzschilds Passivierung ist eine separate chemische Behandlung nach dem Beizen. Sie verwendet ein milderes Säurebad (Zitronensäure oder verdünnte Salpetersäure ohne HF), um verbleibendes freies Eisen auf der Oberfläche aufzulösen und die Bildung einer gleichmässigen, durchgehenden Chromoxidschicht (Cr2O3) zu fördern. Diese Chromoxidschicht -- etwa 1-5 Nanometer dick -- ist der unsichtbare Schutzschild, der Edelstahl seine Korrosionsbeständigkeit verleiht. Die Schicht ist selbstheilend: Bei Beschädigung reagiert atmosphärischer Sauerstoff mit Oberflächenchrom und baut den Oxidfilm innerhalb von Stunden wieder auf. Passivierungsparameter: 1. Zitronensäure-Methode: 4-10% Zitronensäure bei 50-70°C für 30-60 Minuten 2. Salpetersäure-Methode: 20-50% HNO3 bei 20-50°C für 30-60 Minuten 3. Verifizierung: Wasserbruchtest (gleichmässige Benetzung = gute Passivierung), Kupfersulfattest (keine Kupferablagerungen = kein freies Eisen) Wann ist welche Behandlung erforderlich? Beizen ist nach der Fertigung für jedes Sieb erforderlich, das in korrosiven Umgebungen (Chloride, Säuren, Meerwasser), Lebensmittelkontaktanwendungen (FDA, ASME BPE) oder pharmazeutischen und Bioprozessanwendungen betrieben wird. Siebe für Süsswasser oder Trockensiebung in nicht korrosiven Umgebungen benötigen möglicherweise kein Beizen. Passivierung wird für alle Edelstahlsiebe empfohlen. Selbst Siebe, die kein Beizen benötigen, profitieren von der Passivierung, um maximale Korrosionsbeständigkeit vom ersten Tag an sicherzustellen. Für Lebensmittel- und Pharmaanwendungen sind sowohl Beizen ALS AUCH Passivierung typischerweise obligatorisch, gefolgt von Elektropolieren für die glattestmögliche Oberflächengüte. Spezifikation der Oberflächenbehandlung Bei der Angebotsanfrage bei ADEN geben Sie Ihre Anforderungen an die Oberflächenbehandlung an oder beschreiben Sie Ihre Betriebsumgebung. Für korrosive oder hygienische Anwendungen umfasst unsere Standardpraxis Beizen und Passivieren. Die Oberflächenbehandlung wird auf dem Konformitätszertifikat dokumentiert, das jedem Sieb beiliegt.